Entbehrlich.es

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James Corbitt
2022-01-27

Wenn dein Barkumpel dein Henker wird.

James Henry „Tish“ Corbitt (* um 1913; † 28. November 1950 in Manchester) war ein englischer Mörder, der im Strangeways-Gefängnis in Manchester von Albert Pierrepoint gehängt wurde. Corbitt kannte seinen Henker schon vor der Tat. Zum Zeitpunkt des Mordes war er häufig Gast in dem von Pierrepoint geführten Pub „Help The Poor Struggler“, sang auch mit ihm am Klavier und nannte ihn „Tosh“, während Pierrepoint ihn „Tish“ nannte. Corbitt wusste von der offiziellen Nebenbeschäftigung seines Wirtes. Corbitt lebte zum Zeitpunkt des Mordes von seiner Frau und seinem damals elfjährigen Sohn getrennt und hatte eine Geliebte, Eliza Woods. Diese erdrosselte er in einem Hotelzimmer in Ashton- under-Lyne. Pierrepoint erfuhr – seinen Memoiren „Executioner: Pierrepoint“ zufolge – erst am Vorabend der Hinrichtung von einem Gefängniswärter, dass es sich bei dem Todeskandidaten um den Gast seines Pubs handelte, den er bis dahin nur mit seinem Spitznamen gekannt hatte: Der Wärter richtete ihm „Tishs“ Bitte aus, Pierrepoint möge ihn am Morgen der Hinrichtung mit seinem Spitznamen anreden, was der Henker auch tat. Der Film Pierrepoint suggeriert, dass sowohl für Pierrepoints Rücktritt als Henker als auch für seine spätere Gegnerschaft gegen die Todesstrafe die Tatsache ausschlaggebend war, dass er seinen „Freund“ Corbitt hängen musste. Richtig daran ist, dass Pierrepoint in seinen Memoiren über seine Gefühle bei der Rückkehr von dieser Hinrichtung in die Gaststätte schrieb: „Wenn je ein Mann die Abschreckung vom Mord genau vor der Nase hatte, dann war es dieser Sänger, den ich Tish genannt hatte. Er wusste nicht nur, dass es den Strang gab – er hatte den Mann neben sich, der damit umging, und sang ein Duett mit ihm. Die Abschreckung hatte nicht gewirkt.“

Quelle: James Corbitt


Missing white woman syndrome
2022-01-21

Verschwundene Frauen in Fernsehberichterstattungen

Missing white woman syndrome (Mwws) bedeutet wörtlich Vermisste-weiße-Frau- Syndrom. Diese Phrase beschreibt die überproportional intensive Berichterstattung der Massenmedien, vor allem des Fernsehens, in der Vermisstenfälle von jungen, weißen Frauen oder Mädchen aus der Mittelschicht behandelt werden. Das Syndrom ist dem Bereich der Sozialpsychologie zuzuordnen. Die PBS-Nachrichtensprecherin Gwen Ifill gilt als Begründerin der Bezeichnung, welche in der US-Mediensoziologie Einzug gehalten hat.

Quelle: Missing white woman syndrome


Kluger Hans
2022-01-19

Ein Pferd kann rechnen. Oder auch nicht.

Der Kluge Hans (* um 1895; † nach 1916) war ein Pferd der Rasse Orlow-Traber, das angeblich rechnen und zählen konnte. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erregte der Schulmeister und Mathematiklehrer Wilhelm von Osten mit Hans’ einzigartigem Können erhebliches Aufsehen.

Quelle: Kluger Hans


Monster Study
2021-12-27

Studien die man heute nicht mehr so machen würde.

The Monster Study was a stuttering experiment performed on 22 orphan children in Davenport, Iowa in 1939. It was conducted by Wendell Johnson at the University of Iowa. Graduate student Mary Tudor conducted the experiment under Johnson’s supervision. Half of the children received positive speech therapy, praising the fluency of their speech, and the other half, negative speech therapy, belittling the children for speech imperfections. Many of the normal speaking orphan children who received negative therapy in the experiment suffered negative psychological effects, and some retained speech problems for the rest of their lives. It was dubbed the “Monster Study” as some of Johnson’s peers were horrified that he would experiment on orphan children to confirm a hypothesis. The experiment was kept hidden for fear Johnson’s reputation would be tarnished in the wake of human experiments conducted by the Nazis during World War II. Because the results of the study were never published in any peer-reviewed journal, Tudor’s thesis is the only official record of the details of the experiment.The University of Iowa publicly apologized for the Monster Study in 2001. However, Patricia Zebrowski, University of Iowa assistant professor of speech pathology and audiology notes that the data that resulted from the experiment is the “largest collection of scientific information” on the phenomenon of stuttering and that Johnson’s work was the first to discuss the importance of the stutterer’s thoughts, attitudes, beliefs, and feelings and continues to influence views on stuttering greatly.

Quelle: Monster Study