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Brötchentütennavigation
2021-07-21

Wohl die beste Form der Schiffsnavigation!

Brötchentütennavigation (auch Bäckernavigation genannt, in Anlehnung an die nicht mehr gebräuchliche Decca-Navigation) ist ein scherzhafter Begriff aus der Sportschifffahrt und bezeichnet die Navigation in unbekannten Gewässern auf Sportbooten ohne Kompass, Sextant, Radar, Funknavigation, GPS und dergleichen. Der Begriff entstand unter Seglern in der dänischen Südsee und rührt von der Vorstellung (bzw. dem Erleben) her, dass man – oft etwas angetrunken – abends in irgendeinen kleinen Hafen einläuft und erst am nächsten Morgen beim einheimischen Bäcker anhand des Aufdrucks auf der Brötchentüte erfährt, wo man sich befindet. Zusätzlich wird oft eine Seekarte verwendet, um festzustellen, wo dieser Ort genau lokalisiert ist. Dies ist insbesondere notwendig, da an Hafeneinfahrten normalerweise keine Ortstafel angebracht ist. Diese Art der Navigation ist – zumindest bei stabilen Großwetterlagen und den in der westlichen Ostsee sehr dicht platzierten Seezeichen – durchaus möglich. Im Hochsommer sind in bestimmten Abschnitten so viele Sportboote unterwegs, dass ein Hinterherfahren reicht, um den nächsten Hafen zu erreichen. Gebräuchlich ist dieser Begriff in seiner französischen Übersetzung navigation à la boulangerie bei scheinfreien Bootswanderern auf den Binnenwasserstraßen in Frankreich. Dort wird dann aber meist eine Straßenkarte zu Hilfe genommen. Etwas Ähnliches gab es bei den Flugzeugpiloten zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Wenn diese nicht mehr wussten, wo sie waren, flogen sie zu einem kleinen, nicht überdachten Bahnhof und lasen dort die Ortsnamen. Von Hubschrauberpiloten, ob zivil oder militärisch, wurde diese Art der Positionsfeststellung auch noch in jüngster Vergangenheit berichtet, allerdings vermehrt mit dem Ablesen von Ortstafeln oder Autobahnwegweisern. Der Begriff steht allegorisch für sich treiben lassen („Der Weg ist das Ziel“).

Quelle: Brötchentütennavigation


Halsgeige
2021-07-19

Ein Folterinstrument das wie eine Geige aussieht.

Eine Halsgeige (auch Schandkragen, Schandgeige, spanische Geige oder Zankbrett genannt) ist eine meist hölzerne Fessel, die in Europa vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit verwendet wurde. Die Halsgeige diente zur Durchführung von Ehrenstrafen. Der verurteilten Person wurde die Halsgeige umgelegt, woraufhin sie damit durch die Stadt geführt oder an den Pranger gestellt wurde, so dass sie dem Spott der Mitbürger ausgesetzt war und gedemütigt werden sollte. Die Halsgeige wurde nur bei leichten Vergehen verwendet, vor allem (aber nicht nur) Frauen und jungen Mädchen wurde sie umgelegt. Grund für die Bestrafung waren beispielsweise Zänkereien (engl.: shrew’s fiddle) oder auch leichte Diebstähle. Die Halsgeige umschließt den Hals und die Handgelenke der zu fesselnden Person, wobei sich die Hände hintereinander vor oder seitlich am Körper befinden. Die Halsgeige besteht in der Regel aus zwei symmetrisch angeordneten Teilen, die früher aus Holz, seltener aus Eisen bzw. Stahl gefertigt wurden. Hinten befindet sich ein Scharnier, vorne ein Verschluss. Für die Fesselung wird die Halsgeige aufgeklappt und der Hals und die Hände in die entsprechende Position gebracht. Daraufhin wird die Halsgeige zugeklappt und verschlossen. An der Halsgeige kann in der Regel eine Kette oder ein Seil befestigt werden, womit die gefesselte Person geführt oder angebunden wird. Eine Sonderform war die Doppel-Halsgeige, in die zwei Frauen gleichzeitig eingeschlossen wurden, die miteinander gezankt hatten. Die Doppel-Halsgeige war so konstruiert, dass sich die beiden Verurteilten von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen mussten.

Quelle: Halsgeige


Speakeasy
2021-07-17

Verbote verhindern nichts, Folge 34354: Kneipen

Als Speakeasy (auch als Flüsterkneipe, Flüsterstube oder Mondscheinkneipe übersetzt) bzw. Blind pig wurden während der Alkoholprohibition in den USA von 1920 bis 1933 illegale Kneipen oder Clubs bezeichnet, in denen insbesondere hochprozentige Getränke, aber auch Bier, ausgeschenkt wurden.

Quelle: Speakeasy


Haberfeldtreiben
2021-07-15

“Vor Gericht” am Dorf - unangenehm.

Das Haberfeldtreiben ist ein heute nicht mehr gebräuchliches (oft geheimes) Rügegericht im Oberland (Bayern), das vor allem in der ehemaligen Grafschaft Hohenwaldeck (die Gegend rund um Tölz, Tegernsee, Miesbach, Rosenheim und Ebersberg) ausgeübt wurde.

Quelle: Haberfeldtreiben


Szenariotechnik
2021-07-11

Eine Technik mit der sich unterschiedliche Szenarien abbilden lassen.

Die Szenariotechnik ist eine Methode der Strategischen Planung, die sowohl in der Politik, in der Wissenschaft als auch der Wirtschaft verwendet wird. Ziel ist, mögliche Entwicklungen der Zukunft zu analysieren und zusammenhängend darzustellen. Beschrieben werden dabei alternative zukünftige Situationen sowie Wege, die zu diesen zukünftigen Situationen führen. Szenarien stellen hypothetische Folgen von Ereignissen auf, um auf kausale Prozesse und Entscheidungsmomente aufmerksam zu machen. Neben der Darstellung, wie eine hypothetische Situation in der Zukunft zustande kommen kann, werden Varianten und Alternativen dargestellt und aufgezeigt, welche Möglichkeiten es in jedem Stadium für verschiedene Akteure gibt, um den weiteren Prozess zu steuern. Die Szenariotechnik verfolgt etwa die Analyse von Extremszenarien (positives Extrem-Szenario/Best Case Szenario, negatives Extrem-Szenario/Worst Case Szenario) oder besonders relevanter oder typischer Szenarien (Trendszenario). Szenariotechnik wird weiterhin in der Psychologie und Psychotherapie verwendet (Psychodrama, Soziodrama). Hier geht es sowohl um Zukunfts- als auch um Vergangenheitsszenarien.

Quelle: Szenariotechnik